Chronik Obernaundorf
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Geschichtliche Entwicklung des Ortsteils Obernaundorf

Chronik

 Obernaundorf, der Siedlungsanlage nach ein Waldhufendorf, wird von einem Dorfbach durchflossen, der unterhalb der letzten Haeuser Vorholzwasser oder Vorholzbach genannt wird. Im unteren Abschnitt des Tales sind die Haenge der linken Seite so steil, dass hier keine Hoefe angesiedelt werden konnten. Waehrend die Hufen in der oberen flachen Mulde ziemliche Breite erreichten. Besonders die des ehemaligen Freigutes, mussaeten die Feldwege zwischen den schmalen Hufen im unteren Dorf schraeg zum Hang gefuehrt werden, um allzugrosse Steigungen zu vermeiden. Wegen der Erreichbarkeit der Felder liegen die Hoefe etwas hoeher und von der Strasse entfernt. Suedlich und annaehernd parallel zum Obernaundorfer Dorfbach fliesst der Geasslichbach dem Oelsabach zu.

Obernaundorf trug im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Namen: 1235 Nuendorph (Neues Dorf), um 1501 wird Obernaundorf als "Nawendorff" bezeichnet, 1556/62 Grosnaundorf und erst 1676 Ober Nauendorff. 1312 hatte es dem Kloster Zella gehorrt. 1488 wird die Zugehoerigkeit zur Rabenauer Herrschaft erwaehnt.

Interessant sind weitere Daten aus der Ortsgeschichte: 1550 leben im Ort "18 besessene Mann und 35 Inwohner", 1765 "... 20 Mann mit 24 Hufen und ...". 1843 werden 234 Einwohner genannt und 1842 wird erstmalig der Obstbau im Ort erwaehnt. Von 1760 stammt ein Ortssiegel, das einen Baum in einer Aue zeigt. 1857 gehoert Obernaundorf zur Amtshauptmannschaft Dippoldiswalde.

Ab 1900 entwickelt sich in zunehmenden Masse die Landwirtschaft. Vom Stuhlbau der Stadt Rabenau bleibt der Ort fast unberuehrt.

1974 erfolgt die Eingemeindung nach Rabenau, doch hat der Ort sein eigenes Gepraege weitestgehend beibehalten. Obstbaeume stehen an manchen Feldwegen, aber auch auf Wiesen und um die Hoefe sowie auf eingezaeunten Flaechen zum Schutz vor Vieh- und Wildverbiss. Der Baumbestand verdeckt manche Veraenderungen, die vor und nach 1900 an Gebaeuden vorgenommen wurden. Mehrfach fielen ganze Hoefe oder Teile davon Braenden zum Opfer. Darauf mag es auch zurueckzufuehren sein, dass sich weder Schlusssteine noch Inschriften im Dorf finden lassen. Eine weitere Wegsaeule der "Chausseen Obernaundorf" weist nach Pirna, Wilmsdorf und Rabenau. Die andere Seite ist verwittert. Das Freigut, wieder aufgebaut nach dem Brand 1898, ist noch an der auffallenden Laenge und an dem Uhrtuermchen erkennbar. Verschwunden sind allerdings die einst zugehoerigen vier Drescherhaeuser. Auch nach Spuren der frueher in der Naehe der Poisenhaeuser stehenden Windmühle (genannt 1717, 1785 und 1790) sucht man heute vergebens. Bemerkenswert ist durch seine guten Massverhaeltnisse und das Walmdach das erste Schulgebaeude von 1840.

Verschiedene Handwerke sind jetzt im Ort ansaessig und an vielen Gehoeften erfolgten weitere Umbauten, neue Wohngebaeude entstehen. Nahe Obernaundorf erhebt sich der Lerchenberg mit seinem urgemuetlichen, historischen Gasthaus. Dieser Aussichtspunkt ist mit 428 m ueber NN zugleich die hoechste Erhebung in unserer unmittelbaren Umgebung.

 




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